Heimspiel

Jetzt dreht Konstantin komplett durch. Er ist gerade beim Fußball. Im Stadion. Mit Ben!! Bei unserer kurzen Begegnung am Morgen fand ich seine Ansage bereits etwas merkwürdig: Ich soll doch bitte dafür sorgen, dass Ben so gegen Sieben zu Hause ist. Was eigentlich eine sinnlose Ansage ist, weil a) Ben IMMER um sieben Uhr zu Hause – denn da essen ich mit ihm. Und b) Konstantin Freitagabends nie und nimmer NICHT im Restaurant sein kann. Das ist mit Samstag der wichtigste Abend für den Laden, da tobt der Bär. Entsprechend gestaunt habe ich, als Konstantin vorhin auf der Matte stand. Punkt Sieben. Mit verbissener Miene verkündet er:
„Ich gehe jetzt mit Ben zur Hertha!“

Ich dachte, ich spinne. Er hat sich nicht nur extra deswegen frei genommen, nein, er zerrt das arme Kind bei dem Wetter zu seiner Schlafenszeit ins Stadion! Und was ist seine Antwort, nachdem ich ihm wortreich und ziemlich aufgebracht erklärt habe, wieso er das seinem Sohn unmöglich antun kann, und ihn anflehe, dann doch wenigstens irgendwann nachmittags zu gehen:
„Das geht nicht. Heute ist das einzige Heimspiel dieses Jahr.“

Als ob DAS alles erklären würde. Obwohl, wenn ich ehrlich bin: Es erklärt es. Konstantin BRAUCHT das einfach. So schnell wie möglich. Es geht natürlich nicht um Ben. Es geht um eine Widerherstellung seines Status’ als Vaters, Herthafans und besonders als Mann. Malo scheint ihm mit unserem überraschenden Stadionbesuch etwas weggenommen zu haben. Und irgendwie ist das für ihn jetzt das Symbol für die Affäre. Und er … Ach ich weiß auch nicht. Das klingt so verquast. Ehrlich gesagt habe ich Konstantin noch nie so wenig verstanden wie gerade jetzt.

Oh, sie kommen gerade heim. Viel zu früh.

Ben ist auf Konstantins Arm eingeschlafen. Er sah ziemlich verheult hat aus. Konstantin war extrem verbissen und fast ohnmächtig vor Wut. Er hat den Kleinen schlafend umgezogen, ins Bett gelegt und ist dann abgehauen. Ins Restaurant vermute ich. Oh je. Es tut mir weh, Konstantin so zu sehen. Es kann so nicht weitergehen.

4 thoughts on “Heimspiel

  1. Nein, jetzt muss Schluss sein mit diesen Machtspielchen! Der arme Ben!! Wie könnt Ihr, Du und Konstantin, es so weit kommen lassen, dass er zum Faustpfand und zum Spielball wird für Dinge, die IHR nicht geregelt kriegt! Sieh zu, dass Du das schnell auf die Reihe kriegst. Was im Klartext heißt, Du musst Dir klar werden, was da mit Malo ist. Entweder Du stehst dazu, dann mit allen Konsequenzen – trenn Dich von Konstantin. Oder Du raufst Dich mit Konstantin wieder zusammen, womöglich mit Hilfe eines Mediators oder so, und wirfst dafür Malo über Bord, ob er nun Außerirdischer ist oder nicht. Aber es muss was passieren, und zwar schnell, bevor Ben Schaden nimmt!

        • Ich gebe Johanna ebenfalls recht!! Gestern hat sich Konstantin wieder im Restaurant versteckt, aber heute hat er frei und ich werde ihn mir am Nachmittag schnappen. Es muss alles auf den Tisch! Ich werde (hoffentlich) morgen davon berichten!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>