Noch wieviel mal schlafen?

Eigentlich ist die Woche vor Weihnachten IMMER super anstrengend. Aber diesmal kommt zu der Einkauferei, Planerei und Fragerei („wieviel mal noch schlafen?“) hinzu, dass bei uns gerade NICHTS stimmt. Die ganze Familie ist wie gelähmt. Konstantin ist aus Ärger darüber, dass ich (und nicht er) mit Ben zum Fußball gegangen bin, mit seiner gar nicht mal so attraktive Kellnerin ins Bett gehüpft. Ich wusste das nicht, hab aber trotzdem meinerseits eine Affäre mit Malo angefangen. Streng genommen, hatte Konstantin seine Affäre zuerst. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch nach unserem Streit. Bei mir fing sie erst Mittwochnachmittag an. Dafür ging meine fast zwei Wochen. Und ich … ja, ich empfinde wirklich etwas für den Mann, mit dem ich die Affäre habe. Was man von Konstantin und seiner Uschi nicht sagen kann. Ihm ist die Geschichte einfach nur wahnsinnig peinlich. Und er wünscht sich nichts sehnlicher, als dass ich ihm vergebe und dass alles „wie früher“ ist. Das sagt er ständig. Das Dumme: „Früher“ war nicht alles gut. Wir hatten eine Menge Probleme und mir ist erst durch das Auftauchen von Malo bewusst geworden, wie es sein kann. Wie ein Mann sein kann. Wie ein Gefühl sein kann. Trotzdem habe ich Malo auf Distanz geschoben. Er hat daran zu knabbern. Akzeptiert es. Ich hab daran zu knabbern. Kann es nicht mehr länger akzeptieren. Denn ich bin gerade verdammt einsam. Und das ist nicht nur doof, weil morgen Weihnachten ist. Und auch nicht nur, weil ich in knapp zwei Monaten ein Kind erwarte. Einsam sein, obwohl man von lauter Menschen umgeben ist, ist IMMER beschissen.

Ich werde mit Konstantin reden. Sofort nach Weihnachten. Und ihm endlich von Malo erzählen. Denn es wird so oder so passieren. Und je länger ich es aufschiebe, desto mehr wird Konstantin sauer sein, dass ich ihn hab schmoren lassen. Vor Weihnachten ist es doof. Die Aussprache wird Konsequenzen haben und die sollen Ben nicht die Feiertage versauen, auf die er sich mit jedem geöffneten Törchen mehr freut. Außerdem müht Konstantin sich so dermaßen ab. Er hat sich den Heilig Abend frei genommen, um uns am Abend mit seiner Niedrig-Temperatur-Gans zu verwöhnen. An den Weihnachtsfeiertagen muss er dann arbeiten – das sind wirklich die wichtigsten Tage im Restaurant. Also Dienstag. In vier Tagen.

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